Das Zauberpulver

Pandora’s Plots.

7777 Geschichten aus dem Stegreif.
Die Pandora’s Plots AutorInnen Alexander, Mischa, Heike, Paul
haben mit der PP-Epic diese Geschichte entworfen.
Mitschrift (Firsttake) Nina D.


Unterfalkenau in Oberbayern. Der Blitz hat in einen Hof eingeschlagen. Wir haben das Jahr 1625. Auf dem Hof wohnt eine alte Frau. Viele Leute kommen um zu helfen. Auch Anna, die Baderin in Unterfalkenau.

Anna ist verliebt in Klaas Luchsauge. Sie sind immer zusammen. Allerdings nicht tagsüber. Sie starrt ihn gern mit ihrem Silberblick an. Klaas, der Sohn des gräflichen Jägers ist statusmäßig über ihr, und genießt sie gern im Mondschein am See… sie sagt ihren Freundinnen immer, dass er ihr aus dem tiefen Wald eine geheimnisvolle Beere mit angeblichen Zauberkräften geschenkt hat. Das darf sie eigentlich niemandem sagen. Sie hat auch eine Locke von ihm, nach einer süßen Nacht. Verborgen an ihrem Busen, unterm Wams (das etwas fadenscheinige).

Anna erfährt, ihre Eltern eine Heirat arrangiert haben, und zwar mit dem hässlichen buckligen Schmied aus Oberfalkenau. Besonders schlimm ist, sie erfährt ist nicht von den Eltern, sondern es ist an der schwarzen Tafel an der Kirche angeschlagen. Sie will keinesfalls Kinder mit dem hässlichen Schmied! Am Karfreitag am Kreuzweg bekommt sie tatsächlich einen Heiratsantrag von ihm. Auch wenn er ebenfalls nicht will. Aber es gibt finanzielle Gründe: der Schmied kann gratis die Eheringe anfertigen.

An diesem Freitag geht Anna zur alten Frau, sie kennt sie seit der Kindheit. Sie hat ihr das Wissen über Pflanzen und Tiere beigebracht. Die Scheune ist abgebrannt. Die Alte sagt: „Hoppala, du bist mein kleinstes Problem. Aber das werden wir schon in den Griff kriegen. Da kriege ich dich schon raus da, aber sei auf der Hut!“

Abends kommen die Sterne heraus. Die Locke von Klaas brennt Anna am Busen. Anna will die Ehe mit Klaas!

Anna erhält von der Weisen alten, der Kräuterfee, ein Päckchen mit Zauberkräuterpulver, damit sie das Herz ihres Liebsten gewinnen kann. Sie solle in der nächsten Vollmondnacht auf die Insel des Falkensees rudern und während er selig an ihren Knospen knabbert, das Pulver in den mitgebrachten Most tun, und das Wort „Herzenseinheit“ flüstern. Der Liebste würde ihr daraufhin rettungslos verfallen. Anna, glücklich, gibt der Alten ein Busserl und und läßt sie von der Zauberbeere kosten.

Auf dem Weg zurück nach Unterfalkenau begegnet ihr ein Mann mit schwarzem Umhang und Sense: Potzblitz.
Er sagt:“ich habe heute den Blitz auf den Hof geschickt und werde das mit vielen anderen Höfen auch tun, sie zu erleuchten.“
Sie wird nervös und dreht an der Zauberbeere, und er fragt:“was hast du denn da?“ Anna will ihre Zauberdinge verstecken. Potzblitz ist bedrängend neugierig und möchte ihr die Zauberdinge abspenstig machen. Anna greift in den Sack und streut etwas vom Zauberpulver in die Luft, woraufhin Potzblitz sehr freundlich und zugänglich wird. Anna aber will weg und sagt: „Äh, das war ein gutes Gespräch, ich muss aber zur Drachenhöhle!“ und sie zischt ab, dorthin.

Anna will der Ehe mit dem ungeliebten Schmied durch die Ehe mit Klaas entrinnen. Aber als sie das Zauberpulver versprüht, bricht Klaas, statt ihr zu verfallen, zusammen. Sie muss ihn ihn in die Drachenhöhle bringen, wo die alte Frau in pflegen soll.

Als Anna ihren Klaas in dunkler Nacht durch den Wald schleppt (er wohlgenährt, sie zart wie ihre Knospen), da hört sie, knacks, daß Potzblitz ihr folgt. Als er sich entdeckt sieht, grinst er: „Ich wollte nur zusehen dass du dich nicht verläufst. Ich bin dein Pfadfinder.“ und sie muss ihm folgen, weil sie es nicht besser weiß. Durch Schluchten und neblige Sümpfe. Plötzlich riechen sie Schwefelgestank, sie müssen bei der Drachenhöhle sein. Der Eingang ist ein Maul mit Stalaktiten wie bei einem Urzeittier.

Plötzlich bemerkt Potzblitz, das Anna ja den Klaas mit sich trägt, ihren Liebsten. Sie sagt: „Ich weiß nicht ob er diese Nacht überlebt, aber ich möchte ihn heiraten.“ Potzblitz fragt sie total aus nach ihrer Beziehung und den Nächten im Mondschein. Potzblitz frägt, aber Anna bricht fast zusammen, und als sie findet, das wird mir too much, stopft sie Potzblitz den Mund mit der Zauberbeere.

Potzblitz wird grün und dreht sich, er lässt einen Höllenfurz fahren, fast so stinkig wie die Höhle. Anna findet Gefallen an Potzblitzens Drehen und dass er grün wird, und wie er tanzt! Sie freut sich und wird auch ein bisschen grün, sie beginnt auch, und bald drehen sich alle vor Freude.

Da bemerkt Potzblitz, das Klaas noch recht lebendig scheint. Er fragt sich: „Was verbindet die beiden, das sogar die listige Art des Todes sie nicht zu trennen vermag?“ in diesem Moment erscheint eine helle Gestalt, weißes Licht, ein Engel. Es ist Annas Schutzengel. „Fürchtet euch nicht! Wir gehen jetzt gemeinsam in die Nebenhöhle! Ich bin hier um euch zu helfen.“ ((Es war noch Licht im Nasenloch, denn seine Rammeln lassen noch))

Potzblitz ist so viel Helle gar nicht gewohnt. Er ist geblendet und spaziert auf eine Furche zu. Anna geht ihm nach und alle stürzen in einen Abgrund. Sie landen in einem Gewässer und hören eine schöne Melodie, einen Gesang. Klaas erwacht. Anna traut dem nicht. Eine Nixe, Dolinchen, singt mit süßer Stimme. Anna erinnert sich, sie hat den Gesang schon gehört als sie mit Klaas am See lag. Als Klaas ein bisschen unaufmerksam an ihren Knospen nagte.

Potzblitz zerfällt vom Liebreiz Dolinchens fast zu Staub. Dolinchen aber bekommt sehr schlechte Laune. Sie will alleine Macht über die Geheimnisse des Lebens, sie will die einzig Wissende sein, die, die in den Seinsgrund blickt. Dann sei der Himmel voller Engel und herzerwärmend warm, stadt rheuma-feuchtkalt-nass und klamm… wenn sie nur die drängende Neugierde von Potzblitzin sich hätte.

Anne ist ein bisschen geschockt, daß Dolinchen die Gabe der drängenden Neugierde entwickeln will. Sie schnappt Potzblitz und die Zauberbohne und flüchtet mit den beiden durch den Nebentrakt der Nebenhöhle. Über mehrere Felsen, trockenen Fußes. Dolinchen folgt ihr in Windeseile, ebenso Annas Schutzengel, beide ihr genadenlos nach. Der Engel ist allerdings um Annas Schutz besorgt.

Plötzlich greift Dolinchen nach der Hand von Anna und schnappt sich die Zauberbeere. Dann will Dolinchen will sie zurückschwimmen, sich Klaas zu holen, denn sie ist in ihn verliebt. Als die Beere weg ist, interessiert es den Engel gar nicht mehr, auf Anna aufzupassen, und Dolinchen und der Engel rauschen ab durch die Dolinen.

Nun ist der Schutzengel weg, die Zauberbeere weg, Klaas sowieso verloren. Anna ist stinksauer. Sie will ihren Herzprinzen. Aber es ist scheint sie jeder zu behindern, sogar das Labyrinth. Sie muss sich eine Finte ausdenken, diesen Potzblitz loszuwerden. Potzblitz ist sich auch nicht sicher, wo er in diesem Spiel bleibt.

Anna reicht es, sie ist eifersüchtig, sie läuft Dolinchen nach und reißt ihr die Beere wieder aus der Hand. Sie stürzt sich in die Arme ihres entzauberten Klaas. Sie hält ihn fest. Die Ehe mit ihm scheint abgesichert. Doch Klaas spricht: „Das hier hat alles ein Ablaufdatum, denn nur sonntags bin ich ein Mann, der dich mit allem versorgen kann als Jungfrau. Eheliche Pflichten kann ich nur Sonntag nachmittags erfüllen.“

Anna ist verwirrt. Sie findet eigentlich, sie müsse überhaupt aussteigen aus all dem… In diesem Taumel bekommt Anna einen ganz neuen Teil von Potzblitz zu sehen: sie merkt, dass sich auch Hässliches schönreden lässt. Und vielleicht ist es besser mit Potzblitz, statt mit dem halbtoten Klaas, der nur sonntags kann…

Da bemerkt Anna, dass sie Potzblitz dringend benötigt. Seine penetranten Fragen hatten ja immerhin therapeutische Qualitäten auf ihrem Weg. Sie sucht ihn. Aber Potzblitz ist im Alleingang gegen Dolinchen und dem Schutzengel im Krieg. Er hat nun keine Blitzeskraft, aber in letztem Aufgebahren reißt er sich ein Bein aus, um gegen Dolinchen und den Engel zu fechten.

Potzblitz kommt in Gefahr. Anna erstarkt und unter Aufbringung aller ihrer Kräfte und zusammen überwinden sie den Schutzengel. Sie schmeißen Laktosepulver in sein Gesicht und er erleidet Verbrennungen und eine Allergie. Es geht ab. Anna kämpft gegen alle, und erst in letzter Bedrohung lässt sie das Zauberpulver fallen. Ihr fällt die zauberkräftige Alte ein, und sie wirft ein Grasbüschel ins Gesicht der Dolinchen. Auch die erleidet Verbrennungen etc.

Anna und der Tod Potzblitz sind allein. Er ist: ihr Seelengefährte! Und sie gibt den Rest des Zauberpulvers an den Potzblitz. Alle wundern sich, es ist sehr überraschend für alle. Potzblitz klappert und schlottert vor Überraschung mit den Knochen. Potzblitz bebt und klappert wie noch nie im Leben. Das Klappern wird immer leiser. Muskelfasern wachsen auf seinen Knochen, ein Sixpack erscheint, ein Bizeps. Plötzlich steht ein wunderschöner nackter Prinz vor Anna. Er schaut in die Doline, sieht sich, fällt auf die Knie und bittet Anna, ihn zu ehelichen. In diesem Moment bröselt das letzte Stäubchen von Potzblitzens Haut ab. In der nun entstehenden Wolke erscheint die alte Bäuerin, sie gibt den beiden einen Gruß mit auf den Weg: „Anna, schau, manchmal lohnt sich, Geduld zu haben und sich was aufzusparen. Von nun an wird es nicht nur sonntags, sondern montags bis freitags und samstags!“

Und die Moral von der Geschicht: machs mit dem Klaas… nicht.