Die Gerüchteküche

TeamTales
7777 Geschichten aus dem Stegreif.

Die TeamTales Autorinnen Franzi, Sara, Birgit & Julia
haben mit der TT-Mini diese Geschichte entworfen.
Mitschrift (Firsttake) Julia Max.

Wir befinden uns in Buxdehude, einem heruntergekommenen Stadtteil von Hamburg, in dem sich eine verlassene Industriehalle, eine leere Hütte, ein altes Hotel und eine vereinsamte Busstation nebeneinander drängen. Die aufstrebende Stimmung der 1920iger Jahre wird von trübem Wetter überschattet.

Es ist menschenleer, dennoch ist Geflüster zu hören.
Das ist das Revier des Polizisten Karl. Karl hat schon lange keinen Partner mehr, doch er arbeitet nicht allein. Bei einem seiner letzten Einsätze gelang es ihm mit Hilfe des aufstrebenden Dirigenten Friedrich Ludwig, der den Verdächtigen im richtigen Moment ablenkte, diesen endgültig zu entlarven.

Aufgrund der erfolgreichen Zusammenarbeit erbat Karl F. Ludwigs Mithilfe auch bei seinem nächsten Fall. Dem musikalischen Genie gelang es in Folge, das nie enden wollende Geflüster, das in Buxdehude immer lauter wurde, zu entschlüsseln.

Karl hatte Jörg damals im Hotel kennen- und lieben gelernt, als der dessen Bestellung über einen Verlängerten mit einem kessen Zwinkern quittierte. Das hätte Karl von dem sonst so korrekten Butler des Hotels nicht erwartet. Seit diesem verheißungsvollen Moment führen die beiden eine Affäre, die sie vor den Augen der Welt geheim hielten.

Dass es nun gerade Jörg war, der ihm die schlechte Botschaft überbrachte, traf Karl sehr. Doch nun galt es, die drohende Tragödie abzuwenden und wen sonst als seine Geheimwaffe F. Ludwig hätte er um Hilfe bitten können, das „Schwebende Brett“ vor einem Diebstahl zu bewahren.

Karl ärgerte sich fürchterlich, dass er sich bis jetzt kein Schloss für sein Brett besorgt hatte. Deshalb musste er nun F. Ludwig darum bitten, Tag und Nacht ein Auge auf seinen wertvollsten Besitz zu werfen.

F. Ludwig stimmte zu, nachdem er herausgefunden hatte, dass sich das Brett ideal dafür eignete, darauf zu dirigieren. Ein Zufall, der ihm sehr gelegen kam und den er jedenfalls zu seinem eigenen Vorteil nutzen wollte.

Die enge Zusammenarbeit von Karl und F. Ludwig entfachte jedoch langsam die Eifersucht des Butlers Jörg. Jörg fasste deshalb den Entschluss, F. Ludwig nachzuspionieren. Er bemerkte natürlich, dass F. Ludwig seinen Auftrag nicht so ernst nahm, wie er Karl gegenüber vorgab.

Diese Erkenntnis teilte Jörg Karl umgehend mit, woraufhin sich eine heftige
Auseinandersetzung zwischen den beiden anbahnte. Die Situation eskalierte, als Karl Jörg mit einem Gerücht konfrontierte, das schon lange im Umlauf war, nämlich, dass Jörg ihn betrüge.

Karl wusste jedoch nicht, dass Jörg wiederum von seiner Affäre mit einer Kollegin erfahren hatte, womit dieser nun konterte.

Sie begegneten sich jetzt auf Augenhöhe und keiner der beiden wollte nachgeben. Karl verhielt sich immer abweisender, was schließlich dazu führte, dass Jörg in Tränen ausbrach und Karl doch noch einlenkte. Seitensprünge wurden verziehen und versöhnende Küsse ausgetauscht…

Danach konfrontierte Karl F. Ludwig mit der Wahrheit über dessen Betrug, woraufhin F. Ludwig in Scham versank und Buxdehude verließ.

So verlor der triste Stadtteil seinen größten Komponisten.