Love in Champagne

TeamTales – Die Märchen-Maschine.
7777 Geschichten aus dem Stehgreif.

Die Test-Autorinnen Ingrid I., Ingrid W. und Claudia O.
haben mit der MM-Mini diese Kurzgeschichte entworfen.

Love-in-Champagne

Frankreich, im abgelegenen Ort Autourdulac. Wenn woanders Champagner hergestellt wird, hier wird er entsorgt, wenn er schlecht, gefälscht oder etwas völlig anderes ist. In Autourdulac liegt der See, in den Produktionsabfälle hineingeleert werden. Er stinkt natürlich unglaublich. Zum Glück weiss kaum jemand, wo er ist.
Am Rande des Sees wohnt, schon lange, Jean-Marc. Er hegt eine Leidenschaft fürs Putzen und liebt seinen Superlappen. Wenn der See schon so übel riecht, sein Haus tut es nicht. Boden, Wände, alles blitzeblank und duftend. Eines Tages erreicht ihn eine Nachricht: Es wird ein Wettbewerb ausgerufen: der Produktionsabfall-See soll trockengelegt werden. Es winkten ein toller Pokal und der Ruf, wirklich sauberster Putzer in Frankreich zu sein. An sich ist das gerade DIE Aufgabe für Jean-Marc, gäbe es da nicht Wolf, einen ebenso notorischen Putzer wie er. Wolf ist Jean-Marcs mächtigster Konkurrent, denn Wolf kann mit einem Putzventilator aufwarten! Ein Typ, der es fast übertreibt: sogar seine Hosen sind richtig abgeputzt. Wenn Wolf gewinnt, kann Jean-Marc einpacken. Er hat im komplett männerputzfreudigen Autourdulac einen Ruf zu verlieren. Aber Jean-Marc ist so schlau und holt sich Hilfe in der Firma hinter dem Hügel, die seine Lieblingsputzlappen produziert: 30 weitere putzeifrige junge Männer. Wolf will Jean-Marcs Pläne vereiteln und ihn persönlich sabotieren. Sein abgefeimter Plan: Er lädt Jean-Marc ein und kredenzt ihm Champagner mit Schlafmittel. Mangels eleganten Gläsern in einer Kaffeekanne, aber das macht beiden nicht so viel aus. Sie gönnen sich eine ausgiebige Sauferei, eh klar, einen Tag vor dem Wettbewerb. Wolf hofft. Beide trinken (einer ohne, einer mit Zusatz). Aber den Produktionsabfall-See-gewöhnten Jean-Marc macht das Schlafmittel überhaupt nichts aus. Lediglich etwas müde schreitet er am Morgen des Wettbewerbs die Reihe der 30 Freiwilligen ab, die fast sofort loslegen, den See trockenzuwischen. Dabei trifft sein Blick die Augen eines jungen Mannes: Franq. Jean-Marc ist der See in Nu egal. Was könnte einem ein Putzpokal bieten gegen so einen ersten Platz!?